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Glaukom (Grüner Star)

​​Der Begriff Glaukom stammt aus dem Griechischen (glaukós) und bedeutet „klar“ oder „leuchtend“

 

Unter dem Begriff Glaukom oder Grüner Star werden unterschiedliche Erkrankungen des Auges zusammengefasst, die sich schleichend, über mehrere Jahre hinweg entwickeln, ohne Symptome zu zeigen und die zu einer irreversiblen Schädigung des Sehnervs führen. Anfangs bemerken Sie nicht, dass etwas nicht stimmt, da der Krankheitsverlauf in der Regel mit „blinden“ Flecken im äußersten Sehfeld beginnt. Das Glaukom ist bereits weit fortgeschritten, wenn Sie die ersten Beeinträchtigungen – wie das allmähliche Nachlassen des Sehvermögens, beziehungsweise Gesichtsfeldausfälle – spüren. Bitte suchen Sie sofort Ihren Augenarzt auf: Glaukom kann unbehandelt zur Blindheit führen.

Obwohl das Glaukom normalerweise beide Augen betrifft, kann der Grad der Beeinträchtigung unterschiedlich sein. Das bessere Auge kann gegebenenfalls das schlechtere Auge bis zu einem gewissen Grad ausgleichen, wenn dieses beginnt, Bereiche des Sehfelds zu verlieren.

Was ist…

Glaukom ist eine der häufigsten Ursachen für den irreversiblen Verlust des Sehvermögens. Es beeinträchtigt den Sehnerv, der das Auge mit dem Gehirn verbindet (im hinteren Bereich des Augapfels). Der Hauptrisikofaktor für ein Glaukom ist ein erhöhter Augeninnendruck (AID). ​

 


Risikofaktoren

Die wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung eines Glaukoms sind:

  • Erhöhter Augeninnendruck (IOD): In den meisten Fällen erhöht sich der Augeninnendruck, weil das sogenannte Kammerwasser – eine wässrige Flüssigkeit im Augeninneren, welches Ihre Linse umspült und Hornhaut sowie Linse mit Nährstoffen versorgt – nicht mehr richtig abfließen kann.

Ihr Augeninnendruck kann sich stündlich, täglich oder wöchentlich ändern und hängt von vielen Faktoren ab. Als (statistisch) normaler Augeninnendruck wird ein Wert zwischen 10 und 21 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) angesehen. Die häufigste Glaukomform ist das primäre Offenwinkelglaukom. Dabei steigt der Druck im Auge langsam stetig an und schränkt die Sehfähigkeit zunehmend ein. Es gibt auch Fälle, bei denen es bei erhöhten Augeninnendruckwerten im Bereich von 22 - 30 mmHg nicht unbedingt zu Schäden am Sehnerv und zu Gesichtsfeldausfällen kommen muss. Man spricht dann von einer okulären Hypertension. Steigt der Augeninnendruck auf über 30 mmHg an, ist Ihr Glaukomrisiko jedoch bereits um das 40-fache erhöht. Generell kann man sagen: Je höher der Druck, desto höher das Risiko. Nichtsdestotrotz gibt es auch Glaukompatienten mit einem Augeninnendruck von unter 21 mmHg (sogenanntes Normaldruckglaukom). Dies liegt daran, dass die Drucktoleranz der Nervenfasern im Auge individuell sehr unterschiedlich sein kann.

  • Alter: Ihr Glaukomrisiko verdoppelt sich mit jedem Lebensjahrzehnt.
  • Familiäre Belastung: Sind Glaukompatienten unter Ihren Verwandten, besonders Verwandten ersten Grades (Eltern, Geschwister) ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie selbst ein Glaukom bekommen, um das 3-9 fache höher.
  • Myopie (Kurzsichtigkeit): Wenn Sie kurzsichtig sind (mehr als -3 Dioptrien), ist Ihr Glaukomrisiko 2-3 fach erhöht.
  • Rassenzugehörigkeit: Die ethnische Abstammung hat einen Einfluss auf die Entwicklung eines Glaukoms. Bei Menschen mit dunkler Hautfarbe ist das Glaukomrisiko um das 5-6 fache höher als bei Menschen mit heller Hautfarbe.
  • Andere Erkrankungen: Erkrankungen wie Zuckerkrankheit (Diabetes), Arterienverkalkung (Atherosklerose) oder Herz-/Kreislauferkrankungen (niedriger/hoher Blutdruck, Blutdruckschwankungen) können zu einer Verschlechterung der Durchblutung Ihrer Augen und so zu einer glaukomatösen Schädigung beitragen.

Diagnose

Der Berufsverband der Augenärzte empfiehlt: Suchen Sie Ihren Augenarzt auf:

  • spätestens mit 40 Jahren
  • wenn Sie 40 - 64 Jahre sind, alle 3 Jahre
  • wenn Sie über 65 Jahre sind, alle 1 - 2 Jahre

 

Um eine Glaukomerkrankung festzustellen, sollte der Augenarzt Ihre Augen mit einem Spezialmikroskop anschauen, der sogenannten Spaltlampe, ein Instrument, das die Betrachtung des Auges mittels hoher Vergrößerung in 3D erlaubt. Wenn dieses in Kombination mit einer Speziallinse verwendet wird, kann besonders der hintere Bereich des Auges, wo sich der Sehnerv befindet, eingesehen werden (bei jemandem mit Glaukom sind dort spezifische Veränderungen erkennbar). Ihr Augenarzt wird außerdem den Augeninnendruck messen, sowie die Dicke Ihrer Hornhaut, da dies Ihre Augeninnendrucksmessung beeinflussen kann. Gegebenenfalls sind weitere Untersuchungen wie die Bestimmung des Kammerwinkels (Gonioskopie) und des Gesichtsfeldes (Perimetrie) erforderlich.
 
Sollte die Diagnose Glaukom sein, wird Ihr Augenarzt in der Regel zunächst eine medikamentöse Behandlung empfehlen, mit entsprechenden drucksenkenden Augentropfen. Ist der Augeninnendruck zu hoch ohne dass eine Schädigung des Sehnervenkopfes oder Gesichtsfeldausfälle zu erkennen sind, entscheidet der Augenarzt individuell, ob er eine medikamentöse Behandlung prophylaktisch (vorbeugend) beginnt oder ob die Situation zunächst ohne Behandlung weiter beobachtet wird. Dies hängt unter anderem von den bereits erwähnten Risikofaktoren ab.

Behandlung

Das Prinzip der Glaukombehandlung ist eine Senkung des erhöhten Augeninnendrucks. Damit kann die Erkrankung aufgehalten oder zumindest das weitere Voranschreiten verlangsamt werden. Es stehen 3 Möglichkeiten zur Verfügung:

  1. Medikamentöse Glaukombehandlung

  2. Laserbehandlung

  3. Operativer Eingriff

 

Die medikamentöse Glaukombehandlung sollte lebenslang erfolgen. Für die langfristige Anwendung sollten Sie konservierungsmittelfreie Augentropfen erwägen, um eine optimierte Verträglichkeit zu gewährleisten. Es gibt Medikamente, die entweder die Menge des Kammerwassers reduzieren (z.B. Betablocker) oder den Abfluss des Kammerwassers erhöhen (z.B. Prostaglandinanaloga). Es ist wichtig, dass Sie die Augentropfen  so wie von Ihrem Arzt verordnet anwenden, denn nur dann können sie helfen. Verläuft die medikamentöse Therapie nicht erfolgreich, kommt eine Laserbehandlung oder schließlich eine Operation in Frage.

Die so genannte Lasertrabekuloplastik (LTP) ist eine gebräuchliche Methode, um den Kammerwasserabfluss zu verbessern und den Druck zu senken – wenigstens für ein paar Jahre. Der Eingriff unter lokaler Betäubung ist für den Patienten meist schmerzfrei und kann ambulant durchgeführt werden.

Ein operativer Eingriff wird erforderlich, wenn trotz der beschriebenen anderen Behandlungsansätze das Glaukom weiter voranschreitet. Eine gängige Methode ist die sogenannte Trabekulektomie. Durch dieses Verfahren wird für das Kammerwasser ein neuer Abfluss in der vorderen Augenkammer geschaffen, um den Augeninnendruck zu senken.

In über 90% aller Fälle erreicht man mit Medikamenten eine ausreichende Senkung des Augeninnendrucks, daher sind operative Eingriffe selten.